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Wildblumen: Ansaat- und Pflegeanleitung
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Wildblumen: Ansaat- und Pflegeanleitung

Schmetterlinge, Wildbienen, Hummeln: Sie alle brauchen Nahrung, und zwar über die gesamte Saison hinweg. Wer in seinem Garten eine Ecke für Wildblumen freigibt, schafft genau das: eine verlässliche Futterquelle für bestäubende Insekten, die in unserer Region immer weniger natürliche Lebensräume finden. Gleichzeitig entsteht ein lebendiges Stück Natur, das von Frühjahr bis Herbst Farbe in den Garten bringt. Und das Schöne daran: Wildblumen sind ausgesprochen pflegeleicht, wenn die Aussaat richtig vorbereitet wird.

Die folgende Anleitung basiert auf den Empfehlungen unseres Partners Rieger-Hofmann und unserer eigenen Erfahrung mit den Böden in und um Hamburg.

Warum die Bodenvorbereitung entscheidend ist

Der wichtigste Schritt für eine erfolgreiche Wildblumenaussaat passiert, bevor ein einziges Samenkorn den Boden berührt. Entfernen Sie zunächst vorhandenes Unkraut gründlich. Lockern Sie den Boden anschließend auf und arbeiten Sie die Oberfläche so durch, dass eine feinkrümelige Struktur entsteht. Dieses Saatbeet ist die Grundlage dafür, dass die feinen Samen guten Bodenkontakt bekommen und gleichmäßig keimen können.

Wildblumen gedeihen am besten auf magerem Boden. Ist Ihr Boden sehr nährstoffreich (sogenannter „fetter Boden"), können Sie ihn mit Kalksplitt, Kies oder Sand abmagern. Eine dünne Schicht Humus darüber dient als Keimbett für die Samen.

Aussaat: Schritt für Schritt

Zeitraum: Je nach Mischung von Mitte März bis Mitte Juni oder von Mitte August bis Ende September.

Menge: Je nach Mischung 1 bis 3,5 g/m².

Wildblumensamen sind sehr fein und lassen sich pur schwer gleichmäßig verteilen. Mischen Sie die Saat daher mit unserem Füllstoff aus Maisschrot, um auf 5 bis 10 g/m² zu kommen. So verteilt sich das Saatgut zuverlässig über die gesamte Fläche.

Streuen Sie die Mischung obenauf auf den vorbereiteten Boden. Nicht einarbeiten! Bei kleineren Flächen geht das gut von Hand: Teilen Sie die Menge in zwei Hälften und säen Sie einmal längs und einmal quer über die Fläche. So vermeiden Sie Lücken.

Anschließend die Fläche unbedingt anwalzen oder festdrücken, damit die Samen festen Bodenkontakt haben. Säen Sie nach Möglichkeit vor einer angekündigten Regenperiode, dann übernimmt die Witterung das erste Wässern für Sie.

Geduld gehört dazu

Bei feuchtem Boden zeigen sich die ersten Keimlinge nach etwa 2 bis 3 Wochen. Aber: Wildblumen nehmen sich Zeit. Die vollständige Entwicklung erstreckt sich über eine ganze Vegetationsperiode. Einige hartschalige Samen keimen sogar erst im folgenden Frühjahr. Das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge.

Düngung: weniger ist mehr

Direkt zur Aussaat können Sie 50 g/m² Matthies Rasendünger ausbringen, um einen guten Nährboden für die Keimlinge zu schaffen. Danach sind keine weiteren Düngergaben nötig.

100 g/m² Matthies Profikalk im Frühjahr sorgt dafür, dass der pH-Wert stimmt. Gerade in unserer norddeutschen Region neigen Böden dazu, zu sauer zu werden, und das hemmt die Nährstoffaufnahme der Pflanzen.

Pflege: So wenig wie nötig, so viel wie sinnvoll

Säume (z. B. Schmetterlings- und Wildbienensaum): Säume werden in der Regel einmal im Jahr gemäht. Wenn Sie die Fläche im Herbst optisch aufräumen möchten, können Sie trockene Pflanzenteile entfernen. Noch besser: Lassen Sie die trockenen Stängel bis zum Frühjahr stehen und schneiden Sie sie erst kurz vor dem Neuaustrieb der Kräuter zurück. Die hohlen Stängel dienen Wildbienen und anderen Nützlingen als Winterquartier.

Blühende Landschaft: Hier ist im Grunde keine Pflege nötig. Wenn Sie möchten, können Sie auch hier im Frühjahr die trockenen Stängel vor dem Neuaustrieb zurückschneiden. Aber auch hier gilt: Die hohlen Pflanzenstängel bieten Wildbienen wertvolle Überwinterungsmöglichkeiten.

Was tun bei Problemunkräutern?

Sollten sich unerwünschte Beikräuter breit machen, helfen folgende Maßnahmen:

Einjährige Ackerunkräuter, die in größerer Zahl auftreten, können Sie zeitnah mähen und das Mahdgut abräumen. Ackerkratzdisteln sollten im ersten Standjahr bei Blühbeginn durch mehrmaliges Mähen eingedämmt werden. Disteln, Löwenzahn, Ampfer und andere Wurzelunkräuter mitsamt der Wurzel aus dem Bestand gezielt aus dem Bestand herauszupflegen.

Viel Freude mit Ihrer Blühfläche

Wir wünschen Ihnen gutes Gelingen und ein wenig Geduld mit Ihrer Aussaat. Es lohnt sich: Wenn die ersten Blüten aufgehen und die Insekten eintreffen, werden Sie sehen, wie viel Leben auf einer kleinen Fläche entstehen kann.

Fragen?

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